Haben wir ITIL wirklich schon so gut im Griff?

Haben wir ITIL wirklich schon so gut im Griff?
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alles ok

Ich bekomme oft Zuschriften – mit der Frage, obs denn endlich Version 4 gibt, oder was sich so Neues bei ITIL tut.

Ich treibe mich viel in Aquarien Foren herum, weil ich selbst stolze Fischhalterin bin und mir oft Rat bei Dr. Google suche. Aber Anstelle von Fragen zu beantworten – wie z.B. Was kann es sein, wenn ein Fisch das Auf- und Abtauchen nicht mehr kontrollieren kann? Werden Gegenfragen gestellt, Wasserwerte abgefragt und der Fragesteller betoniert, weil die von ihm angegebene Kombination der Fische gar nicht geht. (Die Antwort wäre übrigens einfach nur „Schwimmblasenkrankheit“ gewesen)

Nun – jetzt verhalte ich mich wie diese vielen Forenbenutzer, die ich nicht ausstehen kann, und beantworte die Frage einfach nicht. Ich stelle eine Gegenfrage:

Sind wir wirklich schon bereit für Neues? Haben wir denn alles andere, „Alte“ schon so gut im Griff?

Ich behaupte: Nein, niemand! Und darum, liebe Leute, machen wir doch vorher unsere Hausaufgaben, versuchen wir mal alles so gut hinzubekommen, was schon jetzt in den Büchern steht und dann kümmern wir uns drum, obs was Neues bei ITIL gibt.

Ich bin diese Woche eingeladen, eine Präsentation: „ITIL in 60 Minuten zu halten.“

Erst war es für mich, die ich ja gerne stundenlang über ITIL redem nicht vorstellbar war, vor einem gebildeten und anspruchsvollen Publikum ITIL in 20 Folien zu erzählen, Fragen zu beantworten und sich der Diskussion zu stellen, so daß ITIL hängen bleibt und der Wunsch nach mehr entsteht. Aber wer mich kennt, weiß: „Geht nicht, gibt’s bei mir nicht.“

gehtnichtgibtsnicht

Nun ich hab das Thema so angepackt:

Ich schildere die perfekte rosarote IT-Welt nach der kompletten ITIL Umsetzung in 11 Folien:

  • Wir brauchen keine Projektleiter mehr: Weil alles nach Prozess läuft, jeder weiß was wie zu tun ist und die Transition Manager das checken können.
  • Der Supplier und Sourcing Manager ist eine wahnsinnig wichtige Person: Er kennt und entscheidet nach den Kernkompetenzen und der Strategie und die Supplier Datenbank gibt Auskunft, bei wem wir in guten Händen sind.
  • Wir streiten nicht mehr: Weil wir unsere SLAs, OLAs und UCs vereinbart haben und ausreichend messen, wissen alle Parteien was zu tun ist und wer es verbockt hat.
  • Wir haben keine unnötigen Beschwerden mehr, weil wir liefern genau das, was bestellt wurde und alle sind zufrieden: Weil wir einen gut gepflegten Servicekatalog haben, den Request Fulfillment Prozess leben und alles toolgestützt und automatisiert läuft.
  • Wir wissen wie der Hase läuft, finden alles und können alles reporten: Weil alles richtig kategorisiert und priorisiert ist, weil jedes Asset dem richtigen Kunden und Service zugeordnet ist, wir eine gepflegte Knowledge Base, aktuelle Known Error Database und einen servicierten Change Kalender haben.
  • Die Kunden kaufen, was wir wollen: Weil unser Demand Management die Nachfrage per Incentives und Pönalen steuert und unser Capacity Management immer rechtzeitig Bescheid weiß, was benötigt wird und was nicht mehr und zurückmeldet, wenn wir Über oder Unterkapazitäten haben.
  • Alle haben denselben Plan: Wir wissen auf welches Tor wir spielen, was outgesourced wird und was nicht, wann es Zeit für einen Lieferantenwechsel ist, und wann eine Dekommissionierung notwendig ist.
  • Wir haben eine Wahnsinns-TCO: Weil Service-, Infrastruktur-, Daten- und Applikationsarchitektur abgestimmt ist und unsere Services top ausgelastet sind.
  • Wir haben keine Angst vor dem Change Prozess mehr: Weil uns Tests, Backoutpläne, Release Policies nicht mehr als unnötige bürokratische Schritte vorkommen, sondern wir den Mehrwert erkannt haben und uns freuen, dass wir damit Folgefehler im Betrieb verhindern, die Qualität steigern können und das Firefighting endlich ein Ende hat.
  • Wir sind weise und könnten die Zukunft vorhersagen: Jahrelanges Messen und Reporten versetzt uns in die Lage – zu wissen, was passiert, wenn wir an Schräubchen drehen. Wir kennen unsere Services und Kunden gut genug, dass wir wissen, wenn der Kunde jetzt diesen Schritt geht – wird seine Nächste Frage jene sein. So können wir vorbereitend agieren und werden nicht mehr unerwartet überrascht.
  • Wir sind sooo schnell: Eine kurze Time to Market ist für uns keine Herausforderung mehr, wir haben ja unsere Hausaufgaben gemacht und Geschwindigkeit in der Umsetzung ist durch völlige Automatisierung kein Problem mehr.

Nun, ich hoffe, meine Argumente überzeugen, drückt´s mir die Daumen,

eure

Alex Fehringer

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