Weisheit 2: Über Strategien -> Ein fauler Fisch verdirbt die ganze Küche.

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(Sprichwort der Malinke aus Guinea)

Immer wieder gibt es Teams, die warten, bis „von oben“ eine Order kommt, was wie zu tun ist. Und solange die Order nicht kommt, wird improvisiert, kreativ auf Kosten und zu Lasten der Durchlaufzeit und Transparenz gearbeitet.

Mein Ansatz ist: man muss nicht „auf die von oben“ warten und man kann auch kreativ sein, wenn man eine Teamstrategie erstellt.

Fakt ist: Jeder soll und kann. Nämlich eine Strategie machen und haben.

Der Fisch stinkt also nicht immer nur am Kopf, oft stinken auch die Flossen . Sich immer nur aufs Management rauszureden, gilt nicht.

Klar geht’s mit Management Support leichter. Sicher ist es einfacher, wenn es von oben kommt. Aber wenn es nicht von oben kommt, kann man ruhig auch mal selber aktiv werden. Vorschläge machen, sich Best Practices bedienen und das, was Hausverstand ist, einfach mal niederschreiben und wiederholbar formulieren.

Um es ein bisschen greifbarer zu machen, will ich das anhand eines kleinen Praxisbeispiels veranschaulichen:

Wir haben zahlreiche Monitoringtools im Einsatz. Vor langer langer Zeit haben wir immer überlegt, welches wir denn in welchem Fall einsetzen. Und das wurde von Fall zu Fall wieder überlegt. Wer auch immer in den Überlegungsprozess ging, hatte eine andere Herangehensweise, andere Kriterien und kam zu einem anderen Ergebnis. Wir waren rundherum inhomogen und nicht nachvollziehbar.

Das wollten wir ändern.

Eine Strategie macht Schluss mit lästigen Fehlentscheidungen.

Wir haben in kurzen Sätzen folgendes (ungefähr so, ich will die Tools hier namentlich nicht nennen) aufgeschrieben:

Tool 1 ist das Goldene Tool. Es kommt für die unternehmenskritischen Applikationen zum Einsatz, dann wenn E2E Überwachung angesagt ist und es wichtig ist, wie die Antwortzeiten aussehen.

Tool 2 ist das Basis Tool. Es wird bei jeder Lösung eingesetzt.

Tool 3 kommt für Verfügbarkeitsmessungen dran, wenn die Antwortzeiten egal sind.

Und so weiter.

So haben wir jeden unseres Teams in die Lage versetzt, zu verstehen, wann welches Tool zu verwenden ist und ab da hat immer jeder die selbe Entscheidung getroffen (wir haben das testweise überprüft, in dem wir Anforderungen durchgereicht haben und unterschiedliche Interviewpartner nach dem Ergebnis gefragt haben)

Folie-Strategie

Die Strategie erfüllt also alle wichtigen Kriterien:

  • Sie wird Teil des Teams und der Kultur
  • Sie ist von allen verstanden worden und jeder hat sie in das Arbeitsleben integriert
  • Sie ist nachvollziehbar, messbar und leicht an neue Gegebenheiten adaptierbar.

Niemand braucht zu warten, dass so eine Strategie vom Management kommt. Wir haben den Vorschlag ausgearbeitet, kommuniziert und Einsprüche wieder eingearbeitet. Seither lebt das Ding und wir fahren gut damit.

Oft ersetzen solche Strategien auch Prozesse,

gerade wenn eine Abfolge egal ist und es nur auf die richtigen Handlungen drauf an kommt.

(Wir haben immer wieder versucht einen detaillierten Testprozess niederzuschreiben, aber an den vielen Eventualitäten sind wir immer wieder gescheitert, in Reviews und Überarbeitungen gegangen und wir haben das Ding einfach nicht auf den Boden gebracht. Mit einer Test Strategie haben wir unser Ziel erreicht, sie erfüllt den Zweck und das hat rucki zucki funktioniert.)

Gerade im agilen Umfeld bewähren sich Prozesse immer weniger und gerade da ist es wichtig, eine Strategie zu haben, damit das Minimum an Qualität und Nachvollziehbarkeit gewährleistet ist. Strategien sind schnell formuliert und es ist sichergestellt, dass jeder die gleichen Entscheidungen trifft. (hoffentlich :))

Sind sie nicht auch schon oft an Prozessschulungen und kleinen Prozessänderungen mit riesiger Auswirkung verzweifelt? Die Fragen der absolut fehlerorientierten und änderungsresistenten Kolleginnen und Kollegen, die einem unbedingt erklären müssen, warum der Prozess in einem von hundert Fällen nicht funktionieren kann und man ihn deswegen gar nicht einführen braucht, können einen zermürben, oder?

Wenn Sie eine klare, verständliche und nachvollziehbare Strategie haben, können sie auch neue Mitarbeiter rasch an Board und ins Team holen, ohne lange schulen zu müssen! Eine Strategie zerlegt ihnen nicht so schnell jemand!

Eine Strategie hilft!

Und sie zu erstellen ist gar nicht so ein Knochenjob, wie viele meinen!

Herzlichst Ihre

Alexandra Fehringer

 

 

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