DevOps Teil 10: Worum geht es bei DevOps wirklich?

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Insgesamt lässt sich sagen, dass DevOps ähnliche Herausforderungen wie die agilen Methoden zur Softwareentwicklung lösen möchte, nur abteilungsübergreifend. Dadurch wird es natürlich schwieriger, geeignete Lösungen zu finden. Vor allem aber wird es schwieriger, DevOps-Ansätze in der Praxis zu etablieren. Wegweisend für DevOps sind hier die Antworten auf zwei grundlegende Fragestellungen:

  • Was für einen Anreiz haben Entwicklung und Betrieb, viel Zeit und Aufwand in gemeinsame Unternehmungen zu stecken, wenn der Tag ohnehin schon zu kurz ist, um die eigene Arbeit zu schaffen? Was für ein Anreiz besteht für den Betrieb darin, unbekannte Tools zur Automatisierung zu nutzen, wenn die selbstgeschriebenen Shell-Skripte schon seit Jahren im Einsatz sind? Grundlegend für eine Etablierung von DevOps ist deshalb die Schaffung von Anreizen für alle Beteiligten. Diese Anreize können aber letzten Endes nur über die Zielvorgaben der Geschäftsführung geschaffen werden.
  • Was für einen Anreiz hat die Geschäftsführung, DevOps-Ansätze in ihrem Unternehmen einzuführen? Betrachten wir die Frage „Was bringt uns DevOps?“ aus der Sicht der Geschäftsführung, so wird schnell klar, dass DevOps nur dann interessant ist, wenn es einen (finanziellen) Mehrwert liefert.

 

In letzter Zeit kristallisiert sich daher immer mehr eine neue Wahrnehmung des von DevOps adressierten Problems heraus. Die eingangs beschriebenen Ziele von DevOps beschäftigen sich mit Symptomen, ignorieren aber das Kernproblem. Die anfänglichen Rufe nach mehr Zusammenarbeit oder besseren Tools versuchen, den Alltag von Entwicklung und Betrieb angenehmer  zu machen.

Wir werden nicht dafür bezahlt, Spaß bei der Arbeit zu haben. Für Unternehmen zählt das Ergebnis.

Dieser Ansatz hilft, die Massen zu mobilisieren und Aufmerksamkeit zu erzeugen, er überzeugt aber nicht unbedingt die eigentlichen Entscheider, DevOps in einem Unternehmen einzuführen. Es ist deshalb nötig, das zugrunde liegende Problem als ein Geschäftsproblem zu sehen: Wie lässt sich maximaler Gewinn in kürzester Zeit generieren? Wie lässt sich die ursprüngliche Idee einer Software (die Vision) schnell und dennoch stabil zum Kunden beziehungsweise zum Endnutzer bringen, sodass sie einen Mehrwert beziehungsweise Einnahmen für das Unternehmen generiert? Ein wenig ironisch an dieser Entwicklung ist, dass der Name DevOps zwar ursprünglich sehr gut gepasst hat, aber aktuell die Sicht auf das eigentliche Geschäftsproblem verdeckt.

Betrachten wir die Dinge noch ein wenig nüchterner, so müssen wir feststellen, dass wir nicht dafür bezahlt werden, Spaß bei der Arbeit zu haben. Für das Unternehmen zählt in erster Linie das Ergebnis. Stimmt das Ergebnis, so gibt es aber kein Geschäftsproblem und es wird auch keine Lösung wie DevOps benötigt. Ideal ist natürlich, wenn der Unternehmenserfolg mit Methoden gesteigert werden kann, die den Mitarbeitern auch Spaß machen. Allein das Argument, dass sich Entwicklung und Betrieb freuen, wenn man ein bestimmtes Tool einführt oder gemeinsam Pizza isst, zieht allerdings nicht. Die Einführung einer Maßnahme wie „Wir machen jetzt DevOps!“ muss erst nötig werden, zum Beispiel weil die aktuellen Zahlen das aussagen, und genauso muss auch der Erfolg der Maßnahme quantifizierbar sein. Das Stichwort ist hier die Messbarkeit. Wir benötigen hierzu kombinierte Metriken für die gemeinsame Leistung von Betrieb und Entwicklung. Sie können die bis dato verwendeten Metriken ergänzen oder ersetzen.

Zum Vergleich: Es führt auch kein Unternehmen Agilität ein, wenn es sich davon nicht eine Steigerung des Gewinns verspricht. Daher liegt auch für DevOps der Weg zum Erfolg im Business Case. Und wie bei den agilen Methoden auch lässt sich der Business Case in erster Linie über Success-Stories nachweisen. Für die DevOps-Bewegung ist es daher essenziell, nicht nur über Techniken und Tools nachzudenken, sondern in erster Linie über die Erfolgserlebnisse durch DevOps zu berichten.

Dies ist ein Teil des Artikels „Die DevOps-Bewegung – Was ist das eigentlich und was bedeutet es für uns?“ von Dr. Patrick Peschlow.

Die Einleitung zum Artikel finden Sie hier. Das vorige Kapitel erreichen Sie hier, und hier geht es weiter zum nächsten Kapitel.

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