Continous Delivery vs. oder mittels ITSM?

Continous Delivery vs. oder mittels ITSM?
4.67 (93.33%) 3 votes

Ich stand diese Woche mit einer sehr illustren Runde vom ITSM Experten zusammen, als sich eine hitzige Diskussion zum Thema DevOps entfachte. Bei vielen Unternehmern unterschiedlichster Größe wird dieses Thema auch in Österreich immer populärer. Ich möchte heute aber gar nicht das Thema DevOps näher beleuchten, sondern den Begriff „Continous Delivery“, der auch immer häufiger genannt wird.

Was also ist Continous Delivery?

Die Anforderung des Continous Delivery war einer der ersten Treiber bei der Erfindung von DevOps. Die Prinzipien von Continous Delivery sind denen, die hinter der DevOps-Bewegung stecken, sehr ähnlich. Lediglich der Name Continous Delivery spiegelt den wirklichen Business Need wesentlich besser wider, die DevOps-Philosophie hat zurzeit jedoch eine beherrschende Position am weltweiten Markt.

Die stärkste Waffe von Continous Delivery ist die Zusammenfügung aller (teil)fertigen IT-Produkte in der so genannten Deployment Pipeline, um dann so viel wie möglich Prozesse die sich in dieser Pipeline befinden, zu automatisieren. DevOps beinhaltet definitiv die kulturellen und organisatorischen Anforderungen, um dieses Versprechen des immerwährenden Lieferns, erfüllen zu können.

Deswegen ist Continous Delivery faktisch einen Teilaspekt von DevOps, aufbauend auf den primären Komponenten Continous Integration, durch fortwährendes Integrieren und Testen vom separat entwickelten Code, und Continous Deployment, dem fortwährenden und automatischen Ausbringen aller Changes in die Produktion.

Das Ziel von Continous Delivery ist das Herstellen und die Pflege von Software auf eine Art und Weise, dass diese jederzeit (zu jedem beliebigen Zeitpunkt!) in der Produktionsumgebung zum Einsatz gebracht werden kann.

DevOps Continous Delivery

Der ITSM Bezug zu Continous Delivery

Dies ist sicherlich ein neuer Aspekt, der bisher bei unseren strukturierten ITSM-Ansätzen nicht so berücksichtigt wurde. Erst vor kurzem konnten wir von Colin Rudd, einem unserer Vordenker des itSMF International, im Zusammenhang mit Servicelevel Agreements den neuen Begriff „Always On“ kennen lernen. Er wollte damit ausdrücken, dass für heutige IT Services auch die Verfügbarkeit von 99,9% nicht ausreichend hoch ist. Der Servicekonsument erwartet sich die immerwährende Verfügbarkeit seines Services. Diese Kundenanforderung widerspiegelt sich bei Continous Delivery perfekt, denn wenn ein Service rund um die Uhr und das ganze Jahr über geliefert werden muss, dann ergibt sich einfach niemals die Möglichkeit Wartungsfenster und Releasewechsel von lang geplanter Hand, um mit möglichst geringem Risiko, schriftlich vereinbart und dreimal angekündigt, zweimal im Jahr umzusetzen.

Aus meiner Perspektive kann dieser Ansatz aber nur dann funktionieren, wenn wir beim liefern der IT Services noch besser werden, als wir es bisher schon waren. Dies kann aber sicher nicht dadurch gelingen, dass wir unser kontrolliertes und geplantes Vorgehen vollkommen über Bord werfen, sondern vielmehr in dem wir unsere bewährten Prozesse und Methoden weiter verbessern, und dabei vor allem den Aspekt der Automatisierung auf die Spitze treiben. Wenn wir nämlich plötzlich glauben, dass wir kein Configuration Management System (oder CMDB) mehr brauchen, dann frage ich mich wo wir die notwendige Information zu den Configuration Items finden sollen. Wie wird die Supportorganisation wissen welche Services im Einsatz sind, wovon sie abhängen, wer dafür der Spezialist ist, und warum heute etwas nicht geht, was gestern noch funktioniert hat? Von den planerischen Aspekten, oder der Betrachtung von der Finanzseite, die wir mühsam in den letzten Jahren versucht haben aufzubauen, einmal ganz abgesehen.

Und hier noch zwei Buchtipps:

  

Kommentare, Ideen und Meinungen sind höchst erbeten!

Stichworte:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close